Aller Anfang ist schwer

In der dienstlichen Mitteilung Nr. 36/1976 vom 02.08.1976 wurde der "Frankaturaufdruck" (so die PTT-Bezeichnung damals) des Automaten A4 abgebildet und allen Postämtern der Schweiz mitgeteilt, dass "mit solchen Klebzetteln versehene Sendungen wie mit Postmarken frankierte Gegenstände zu stempeln sind".

Am Weltpostkongress 1984 in Hamburg wurden diese Briefmarken unter dem Artikel 28 b deutlich als Automatenmarken der Post deklariert. Der Vertrag trat am 1.1.1986 in Kraft. Diese Definition ist übrigens der Postverwaltung Österreichs zu verdanken. Sie hatte gegen die erste Fassung des zentralen Büros in Bern Einspruch erhoben, wo die Produkte aus den Markenautomaten noch als Frankiermaschinenaufdrucke bezeichnet wurden. Der Antrag Österreichs wurde damals von Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg offiziell unterstützt. Die Deutsche Bundespost übersetzte bereits 1984 "Postfreimarken" und stellte die ATM somit auf die gleiche Ebene wie die üblichen Freimarken.

Interessant ist hier doch die Tatsache, dass 1843 die damalige Verwaltung die Basler Taube (heute eine der berühmtesten Briefmarken der Welt) als "Frankozettelchen" ankündigte ! Die Postverwaltung von Zürich nannte die ersten Ausgaben in der Bekanntmachung "Frankaturzeichen". Man sieht also: Aller Anfang ist schwer !

Was die ASCAT (Internationaler Verband der Briefmarkenkatalog-Herausgeber) in einer Pressemitteilung vom 22.06.1983 und die IFSDA (Internationaler Verband der Briefmarkenhändler-Vereinigungen) im IFSDA-Report 2/83 über die Briefmarken aus Automaten an die Öffentlichkeit trugen, soll hier für die Philatelisten von heute und morgen kurz zusammengefasst werden:

"... Die neuen Automatenmarken sollen tunlichst nicht als Briefmarken bezeichnet und mit diesen nicht gleichgestellt werden. Der deutsche Ausdruck dafür lautet: "Automaten-(Freistempel)-Marken". Da Automatenzettel alle Eigenschaften der Briefmarke haben, sollte der Katalogherausgeber, falls er sie nicht ignorieren möchte, diese in einem separaten Kapitel katalogisieren. Sie sollen nicht mit den Briefmarken, sondern nur in einem separaten Kapitel katalogisiert werden. Der Weltpostverein schliesst aus, dass diese Automaten-(Freistempel)-Marken mit Briefmarken verglichen werden können. Der Weltpostverein und die ASCAT haben von dieser neuen Ware Abstand genommen. Das zu Ihrer Information und Warnung."

Als grossen Fehler kann man heute die Entscheidung bezeichnen, dass die Marken nicht als normale Briefmarken in die normale Numerierung der Briefmarkenkataloge aufgenommen wurden. Dieser Fehler ist heute nicht mehr gutzumachen, aber die philatelistische Verantwortung für diese falsche und kurzsichtige Entscheidung müssen die Verantwortlichen von damals tragen.

Zurück zum Inhalt Fortsetzung