Erste Automatenmarken-Drucker
Der erste Versuch mit Briefmarken in frei wählbaren Wertstufen fand vom 1. März 1969 -
November 1970 in Frankreich statt. Im Einkaufszentrum SUMA (Supermarché) im Pariser
Vorort Montgeron war der erste Drucker von Automaten-Briefmarken der Firma SATAS in
Betrieb, bei dem der Postkunde den gerade benötigten Portowert selber aus allen 999
Möglichkeiten von 10 - 9990 centîmes auswählen konnte. Da diese grossartige Erfindung
aber technisch noch nicht ausgereift war, wurde der erste ATM-Drucker der Welt Ende 1970
wieder stillgelegt.
Auch die Schweizer Postverwaltung suchte damals neue Wege, das bescheidene Angebot von
zwei Wertstufen pro Automat besonders im Hinblick auf Portoerhöhungen zu erweitern. Da es
nicht möglich war, die alten Automaten an neue Portostufen anzupassen, suchte man neue
Lösungen.
1973 wurde von der Generaldirektion PTT bei der Abteilung Posttechnik ein Pflichtenheft
für einen völlig neuen Automaten erarbeitet. Die Idee war eine Art
"Frankiermaschine mit Münzeinwurf", die aber gemäss damaliger falscher
Denkweise bei der Wertzeichenabteilung der Generaldirektion PTT nichts mit Briefmarken zu
tun haben durfte. Man suchte bei der Wertzeichenabteilung geradezu nach einem Namen, wo
der Name Wertzeichen oder Marke nicht vorkam. Vielmehr sprach die Post bei den
ausgedruckten Briefmarken von Tickets" und gummierten Klebezetteln mit
Frankaturaufdruck, mit denen alle Postsendungen wie Briefe, Pakete usw. frankiert werden
können." Alle Briefmarken sind selbstverständlich Klebezettel mit
Frankaturaufdruck, wenn man sie negativ betrachtet !
Der Firma FRAMA AG in Lauperswil wurde der Auftrag für die ersten Prototypen erteilt.
Die Auslieferung erfolgte Ende 1974. Es sollten dann noch fast weitere zwei Jahre für
Verbesserungen und ausführliche Klima- und Funktionstests vergehen, bis am 9. August 1976
die ersten Automaten-Briefmarken aus Frama-Druckern erschienen. Erstmals konnte man in der
Schweiz eine Briefmarke in jeder gewünschten Wertstufe zwischen 5 Rappen und Fr. 99.95
bekommen.
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