Schweiz: Alle bpa-Geräte abgebaut

Am 31. Dezember 2003 waren die drei letzten Selbstbedienungsgeräte bpa SPS 2000 mit Quittungsabgabe in Genève, La Chaux-de-Fonds und Zug letztmals in Betrieb. Sehr kurzfristig hat die Zentrale in Bern entschieden, alle Automaten am 31.12.2003 nach Schalterschluss endgültig stillzulegen.

Als Grund wurde die zu teure Programmierung der neuen 5er-Wertstufen bei diesen Prototypen genannt. Auch die laufenden Kosten seien zu hoch. Selbstverständlich gab es laufende Kosten für Reparaturen und die Aufschaltung neuer Tarife, aber die vier Geräte hatten auch respektable Umsätze.

Das einzige Gerät in Liechtenstein wurde von der Frama AG neu programmiert und ist weiterhin in der Selbstbedienungszone des Postamtes Vaduz in Betrieb. Hier hatte die Post sicher auch ein Interesse daran, ein fast neues Gerät nach nur kurzer Laufzeit nicht schon wieder abzubauen.

Wie früher gemeldet, hat man das Gerät in Bern mit dem Standort V1 auf den Quittungen bereits im August 2003 abgebaut. Damals wurde als Grund angegeben, dass es nach dem Umbau des Standortpostamtes Bern 1 Schanzenpost dort keinen Paketeinwurf mehr geben wird. Der Paketeinwurf wurde aufgehoben, da dort immer mehr unfrankierte Pakete und Abfall entsorgt wurde. Erst nach diesem überraschenden Abbau hat man sich Überlegungen gemacht, wie es mit den anderen drei Standorten weitergehen soll. Diese Berechnungen haben dann den Ausschlag gegeben, alle Prototypen am 31.12.2003 stillzulegen und nicht auf die 5er-Portostufen umzuprogrammieren. Zuletzt lief im Berner Gerät die Ausgabe 15-18.3 (Transportmittel in der 3. Auflage 2003).

Ebenfalls diese ATM 15-18.3 waren am Letzttag 31.12.2003 im Postamt Genève 2 Cornavin hinter dem Bahnhof erhältlich. Wegen eines Programmierfehlers der Frama AG gab auch das Gerät in Genf seit Dezember 2002 Quittungen mit der Standortnummer V1 ab. Zum Glück für die Sammler ist der Quittungsaufdruck bei den Genfer Quittungen nur lückenhaft und so gut von den Quittungen aus La Chaux-de-Fonds zu unterscheiden, die ebenfalls den Standort V1 hatten ! Korrekte Quittungen V1 von Bern können vom 31. Dezember 2003 nicht existieren, da ja dieses Gerät bereits früher abgebaut wurde.

In La Chaux-de-Fonds gab es am Letzttag sauber gedruckte Quittungen V1 und ebenfalls die ATM-Ausgabe 15-18.3. Dagegen lief im Gerät von Zug am letzten Tag die Ausgabe 11-14 Jahreszeiten. Die Quittungen des Standortes Zug zeigten die richtige Nummer V4 ! Schalterschluss war in La Chaux-de-Fonds und in Zug um 12 Uhr.

Am 31.12.2003 herrschte im Standortpostamt von Genf ein so grosses Chaos, wie ich es in einem Schweizer Postamt noch nie erlebt habe. Diese Poststelle war die einzige im Grossraum Genf, die am Sylvester bis 18 Uhr geöffnet war. Anscheinend wollte halb Genf an diesem schönen Nachmittag noch Einzahlungen tätigen oder stapelweise Briefe und Pakete noch zum alten Tarif aufgeben. Man hat ja nichts sinnvolleres zu tun. Die Wartezeit am Schalter betrug bei meiner Ankunft 2 Stunden 45 Minuten oder fast 200 Nummern auf der Anzeigetafel !

Das ganze Postamt war mit bücherlesenden oder umherstarrenden Postkunden überbelegt, die tapfer ausharrten. Noch um 19 Uhr (geschlossen wurde eigentlich um 18 Uhr) hatte es massenhaft Kunden in der Schalterhalle, die alle noch bis tief in die Nacht bedient wurden. Ein Postmitarbeiter passte auf, dass nach 18 Uhr nicht noch neue Postkunden in die Schalterhalle eindrangen. Irgendwann spät in der Nacht war der letzte Kunde bedient und endlich Schalterschluss. Danach hat man als allerletztes Exemplar in der Schweiz auch das bpa-Gerät in Genf abgeschaltet. Was für ein Sylvester und was für ein Schluss für diese eigentlich sehr kundenfreundlichen Geräte !

Für die Postkunden in diesen vier Städten gibt es einfach wieder eine Dienstleistung weniger. Dass die Dienstleistung mit der Selbstbedienungs-Waage nicht ganz abgewürgt wurde, hat die Post im Januar in Genf, La Chaux-de-Fonds und Zug anstelle der bpa-Geräte einen herkömmlichen ATM-Drucker FE 1610 mit den farbigen ATM und eine Waage installiert. Der ATM-Automat und die Waage sind aber nicht mehr wie bei einem früheren Versuch in Bern miteinander verbunden. Wie in alten Zeiten muss man die Sendung wiegen, den Tarif anhand von angebrachten Übersichten selber herausfinden und am ATM-Automaten die benötigte Marke ziehen. Mit Bildschirmführung, automatischer Tarifberechnung, Kartenzahlung und Quittungen ist es in der Schweiz seit dem 31.12.2003 vermutlich für lange Zeit vorbei.

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