Ein paar Gedanken des ATM-MICHEL-Autors Markus Seitz
In den vergangenen Monaten habe ich die Neuausgabe des
MICHEL-ATM-Kataloges geschrieben. Es ist bereits die vierte Ausgabe aus meiner Feder. Der
Katalog wird immer umfangreicher, bedingt durch nötige und weniger nötige ATM-Neuheiten.
Wenn Frankreich jährlich drei oder mehr Sonder-ATM herausgibt, ist dies unnötig und
schädlich. Sonder-ATM haben mit der genialen Erfindung Automatenmarken, welche den
Verkauf von Briefmarken via Selbstbedienung vereinfachte, nichts zu tun. Sonder-ATM
füllen nur die Kasse der Postfirmen ! Ich habe nichts gegen EINE Sonder-ATM an EINER
internationalen Ausstellung, wie es zum Beispiel die Philexfrance ist. Aber am Schluss die
ATM als Geldeinnahmequelle zu missbrauchen (wenn möglich mit sechs verschiedenen
Bildchen), hat mit dem Grundgedanken ATM nichts mehr zu tun. Spätestens dann sind wir
auch bei den so geliebten Automatenmarken gleich weit wie bei den Sondermarken-Neuheiten
aus dem Bogen, die aus meiner Sicht in vielen Fällen nur noch bedrucktes Papier
darstellen. Denken Sie einmal darüber nach !
Besonders bei Frankreich ist leider festzustellen, dass es übermässig viele
Varianten gibt. Wie wenn dies noch nicht reichen würde, wird alles, was es noch nicht
gibt, "produziert", dass sich die Balken biegen. Sogar Farbbänder (z.B. lila
von Nantes) und Papierrollen werden verschoben, dass es bestimmte Ausgaben (z.B. die alten
Zudrucke von Noisy) noch in weiteren Farben gibt. Alles was es einmal korrekt gab, wird
"fröhlich und frei" nachproduziert; so nach dem Motto, was der hat, mache ich
mir auch ... Kurz gesagt, von den Lisa-ATM Frankreichs gibt es einfach ALLES und so
"günstig". Herrlich, diese Vielfalt ...
Wenn aber für den Ausdruck von "Besonderheiten" Schraubenzieher
eingesetzt werden, wie dies in Tours anlässlich der Sonder-ATM MiNr. 21 im Juni 2001
geschah, dann ist dies kriminell und absolut zu verurteilen. Für mich ist es absolut
unverständlich, dass niemand die Polizei oder die Post alarmiert hat, um dieses Treiben
endgültig und nachhaltig zu beenden. Die Polizei war ja bereits anwesend, aber dies ist
eine andere Geschichte. Mit solchen Manipulationen wird der ATM-Philatelie enorm
geschadet. Hier wäre ein geschlossenes Auftreten gegen solche Täter angesagt.
Weiter ist mir aufgefallen, dass die Mitarbeit bei gewissen
"Mitarbeitern" gelinde gesagt sehr zurückhaltend war oder sich auf das
Höherschrauben von hohen Preisen beschränkt hat. Nun, unter Mitarbeit stelle ich mir
etwas anderes vor. Zum Glück habe ich mittlerweile ein sehr gutes Team mit wirklichen
Spezialisten aus der ganzen Welt, die eben nicht unbedingt mit Preisen, sondern mit ihrem
Hintergrundwissen glänzen. An dieser Stelle möchte ich mich bei diesen wirklichen
Spezialisten für ihre Mitarbeit im Hintergrund bedanken. Ich bin sehr froh, dass ich auf
diese Mithilfe zählen darf.
Ebenfalls möchte ich mich bei allen Sammlern und Händlern für die Zusendung der
ATM-Neuheiten für die Katalogisierung bedanken. Es freut mich wirklich jedesmal, wenn
jemand daran denkt und zwei Kleinwerte nach Luzern schickt. Ansonsten kann eine Neuheit
NICHT katalogisiert werden. Dies ist auch der Grund, warum die Neuheiten Malta vom Januar
2002 oder Norwegen vom März 2002 im neuen ATM-MICHEL 2002 noch fehlen. Nur mit einer
rechtzeitig vorliegenden ORIGINALMARKE ist es möglich, die Neuheit baldmöglichst in der
MICHEL-Rundschau und im nächsten ATM-MICHEL zu katalogisieren.
Zum Abschluss möchte ich meine Befürchtung loswerden, dass es den
(privatisierten) Postfirmen immer mehr nur noch ums Geldverdienen geht. Meine Anfragen
über Details bei ATM-Ausgaben werden immer weniger zufriedenstellend beantwortet. Nicht
nur einmal kamen statt der benötigten Antworten nur Informationsbroschüren für
Abonnements der bedruckten Bildchen der betreffenden Länder (Belgien, Indonesien, usw.).
Andere Länder haben geantwortet, keine Unterlagen mehr zu besitzen (Namibia, Südafrika,
usw.) ! Automatenhersteller sind auch verschlossener geworden, dabei werden ja im
MICHEL-Katalog ihre Automaten und Ihre Automatenmarken aufgelistet und vorgestellt.
Eigentlich eine gute Werbung, oder nicht ? Postmuseen werden geschlossen und bei der
anhaltenden Privatisierung ganze Archive einfach vernichtet. Archive und Postmuseen sind
für den Aktienkurs einfach nicht förderlich, also weg damit !
Ich wünsche allen Benutzern weiterhin viel Freude mit den Automatenmarken und beim
Gebrauch des neuen Kataloges, der am 7. Juni 2002 erscheint und 28 Euro kostet. Ein Tipp:
Lesen Sie nicht nur die Preise, sondern auch die Einführung, die vielen Informationen bei
allen Ausgaben und seien Sie wachsam ...
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