Versuch mit dem Selbstbedienungsgerät bpa
Vom Portorechner 1995 zum neuen bpa 1998
Im September 1995 wurde in der Selbstbedienungszone des Postamtes
3000 Bern 1 Schanzenpost erstmals ein Portorechner (Waage, die das Porto berechnen kann)
an einen Frama-ATM-Automaten angeschlossen. Der einzige Automat mit einer direkt
angeschlossenen Waage und den ersten Programmsätzen der Schweiz war bis am 18. Mai 1998
in Betrieb. Die Zukunft gehört dem neuen Automaten, der am 19. Mai 1998 an gleicher
Stelle erstmals in Betrieb genommen wurde.
Vier Versuchsautomaten in Bern, Genf, La Chaux-de-Fonds und Zug
Die Ersttage der vier Versuchsstandorte wurden von der Post teilweise falsch angekündigt.
Richtig sind die folgenden Daten:
Standort Ersttag Quittungs-Nr.
3000 Bern 1 19.05.1998 V1
1200 Genève 2 Cornavin 26.05.1998 V2
2301 La Chaux-de-Fonds 1 28.05.1998 V3
6300 Zug 1 30.05.1998 (Ersttag war am Samstag !) V4
NEU: ATM-Quittungen !
Der neue Automat hat die Bezeichnung bpa = (automatische) Brief- und Paketannahme. Er hat
einen sehr guten Farbbildschirm, der auf Berührung reagiert. Das gesamte Programm ist in
den vier Sprachen deutsch, französisch, italienisch und englisch abrufbar. Erstmals gibt
es in der Schweiz ATM mit Automatenquittungen. Der Versuchsort wurde auf den
Automatenquittungen mit V (Versuchsautomat) 1-4 bezeichnet. Die Quittungen können
ebenfalls in allen vier Sprachen ausgedruckt werden.
Programmsatz 70 / 90 / 110 / 180 / 350
Mit dem neuen Gerät können nur normale Briefe Inland / Ausland und normale Pakete
Inland aufgegeben werden. Einschreiben / Eilsendungen werden nicht akzeptiert. Es werden
die ATM Jahreszeiten ausgedruckt. Der Programmsatz mit allen programmierten
Mindestportostufen enthält die Werte 70 / 90 / 110 / 180 / 350 Rp. Dieser Satz wird auch
im MICHEL-ATM-Katalog erfasst.
Automatische Tarifbestimmung
Das neue Gerät kann den Tarif von Briefen Inland/Ausland (A- und B-Post) und Paketen
Inland automatisch bestimmen. Wenn man auf dem Hauptbildschirm das Feld "Tarif
bestimmen" antippt, öffnet sich automatisch die Türe für die eingebaute Waage.
Nach erfolgter Format- und Gewichtbestimmung folgen weitere Bildschirme, wo die
Destination und die gewünschte Sendungskategorie gewählt werden können. Vor der
Bezahlung muss zuerst die Sendung wieder von der Waage entfernt werden, da die Frankatur
noch nicht automatisch angebracht wird. Man muss also die (schönen) Automatenmarken
selber aufkleben. Auf der Quittung steht dann als Unterschied zum Markendirektbezug die
Sendungskategorie und das Gewicht. Eine Transaktion mit einer solchen
Gewicht-/Formatbestimmung dauert aber fast eine Minute.
Die CASH-CARD wird akzeptiert
Die Bezahlung der Marken ist mit Münzen und mit der neuen CASH-Card möglich. Die
Funktion CASH-Card (die elektronische Geldbörse der Banken und der Post) wurde allerdings
aus rechtlichen Gründen erst am 25.05.1998 aktiviert.
Ruhige Versuchsstandorte
Das Problem für einen effektiven Probelauf sind aber die sehr, sehr ruhigen Standorte
in Genève 2 Cornavin und Zug 1. Dort gibt es kaum "normale" Postkunden mit
Briefen und Paketen, um das neue Gerät ausgiebig zu testen. Echt gelaufene Bedarfspost
von Genève 2 und Zug 1 aus der Laufzeit wird selten sein !
Das bpa ist ein Gerät mit Zukunft
Der Firma Frama ist mit den neuen bpa ein Riesenschritt gelungen. Die vier Prototypen
laufen seit dem Ersttag praktisch fehlerlos; nur am Ersttag in Bern gab es in den ersten
Stunden einige Vollabstürze der Software, da ein Zeitlimit zu kurz eingestellt war. Jetzt
laufen die vier Prototypen auch bei stundenlangen Dauerbelastungen ohne Absturz durch.
Für mich persönlich und vor allem für die Postkunden eines der besten Geräte, das ich
je gesehen habe !
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