Automatenmarken Spanien

Königreich Spanien; Reino de España; 39'300'000 Einwohner. Hauptstadt Madrid mit 2’900'000 Einwohnern. Weitere Städte: Barcelona 1’600'000, Valencia 750'000, Sevilla 660’000. Sprache: Spanisch. Alte staatl. Tradition, ab 718 Maurenherrschaft, ab 1492 koloniales Imperium, 1898 Verlust der letzten Kolonien.

Spanien gehört seit 1989 zum Kreis der ATM-Länder. Am 15. September 1989 wurden im Hauptpostamt von Madrid zwei Frama-Briefmarkendrucker mit Zehnertastatur in Betrieb genommen. Die Ausgabe wurde von der spanischen Post nur sehr kurzfristig im Amtsblatt angekündigt. Das Interesse der Sammler hielt sich dann am Ersttag auch in Grenzen. Das grösste Problem am Ersttag war nicht das Ziehen der Marken, sondern eine saubere Abstempelung dieses denkwürdigen Tages zu erhalten. Überdurchschnittlich viele echt gelaufene Sendungen erhielten überhaupt keine Abstempelung. Vermutlich war die Meldung über die neuen Automaten-Briefmarken noch nicht zu den Beamten an den Stempelmaschinen durchgedrungen. Die Frama-Automaten wurden bereits am 15. Januar 1990 wieder ausser Betrieb genommen. Später hat man aber während Jahren je ein Gerät in Barcelona und Madrid nochmals verwendet. Beide Geräte sind nicht mehr in Betrieb, da in der Zwischenzeit neue Münzen in Umlauf kamen. Die Münzprüfer der beiden Versuchsgeräte hat man nie auf die neuen Münzen umgestellt.

Überraschend konnte die Berliner Firma Klüssendorf auf dem Gelände der Weltausstellung Expo '92 in Sevilla grosse Münzwertzeichendrucker mit Quittungsabgabe installieren. Diese Geräte waren bereits am 19. April 1992 in Betrieb (Sonntag, keine Postbeförderung), obwohl die Weltausstellung und die Postämter erst am 20. April 1992 ihre Tore öffneten. Nach der Ausstellung stellte die spanische Postverwaltung die Geräte in einigen Grossstädten auf. Die Expo-Ausgabe und alle später erschienen Neuheiten wurden in einem heillosen Durcheinander an allen Standorten jahrelang aufgebraucht. Diese Automaten sind ebenfalls nicht mehr in Betrieb.

Neben Frama und Klüssendorf liefen auch Versuche mit Prototypen der Firmen IBM, Prosetecnisa und SMD-Inesc, die aber bis jetzt nicht in grossen Stückzahlen fruchteten. Bei den Münzwertzeichendruckern sind zurzeit nur noch IBM-Geräte in vergleichsweise kleinen Stückzahlen in Betrieb.

Seit Juni 1992 sind in allen grösseren Postämtern Schalterterminals der spanischen Firmen Epelsa und Mobba aufgestellt, die selbstklebende Briefmarken ausdrucken. Spanien ist auf diesem Gebiet das führende Land Europas. Selbst Postkunden mit einem grösseren Bedarf an Dauermarken erhalten am Postschalter Automatenmarken der laufenden Serie. Diese Ausgaben erreichen gewaltige Millionenauflagen und sind echter Bedarf. Zurzeit wechselt die spanische Post das Motiv zweimal im Jahr. Da aber auch hier alle Papiersorten aufgebraucht werden, sind öfters auch ältere Ausgaben erhältlich.

ATM-Ausgaben Spanien
MiNr. 1 Freimarken Frama 15.09.1989
MiNr. 2 Expo ’92 Sevilla 20.04.1992
MiNr. 3 Granada ’92 24.04.1992
MiNr. 4 Postemblem Juni 1992
MiNr. 5 Olympia ’92 Barcelona 28.07.1992
MiNr. 6 Kulturhauptstadt Madrid 25.11.1992
MiNr. 7 Menschen Juli 1993
MiNr. 8 Heiliger Jakobus 16.07.1993
MiNr. 9 Briefumschlag Sept. 1994
MiNr. 10 Briefschreibende Hand Mai 1995
MiNr. 11 Postemblem Sept. 1995
MiNr. 12 Erde im Weltraum Februar 1996
MiNr. 13 Espamer ’96 Sevilla 04.05.1996
MiNr. 14 Erde im Weltraum Juli 1996
MiNr. 15 Cervantes Nov. 1996

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