Finnischer Vielfrass

Wie stand doch so schön im Titel der Mitteilungen 1/95 der Versandstelle: "Ein ergiebiges Briefmarkenjahr steht uns bevor" (siehe ATM AKTUELL 67). Die amtliche Voraussage ist eingetroffen und trifft den Sammler mit fünf neuen ATM-Ausgaben innert zwei Monaten. Am 10. Mai 1995 kam der alte Dassault-Automat aus Espoo (wir erinnern an die Ausgaben mit den unnötigen Werbungen) im neuen Postmuseum wieder zum Einsatz. Es wird ein eigenes Papier mit dem Aufdruck Postmuseum verwendet. Am gleichen Standort wurde am 16. Mai 1995 ein Frama-Automat installiert, der ebenfalls ATM mit einem neuen Klischee abgibt. Als Gipfel der Frechheit kommt dazu, dass die Versandstelle diese beiden Ausgaben nicht liefert, was zumindest bei der Frama-Ausgabe kein Problem wäre, da Frama-Printer bei der Versandstelle im Einsatz sind. Sammler, vor allem im eigenen weitläufigen Land, werden also zum Besuch im Postmuseum in Helsinki gezwungen, sofern sie die Neuheitenmassen noch beachten. Automaten-Briefmarken sind eine der besten Erfindungen der Postgeschichte (vergleichbar mit der Einführung der Bogenmarken); sie werden aber in diesem Land zum Schaden der Postautomation missbraucht.

Auch ausserhalb des Postmuseums ging es nämlich mit Stichtag 3. Juli 1995 fleissig weiter: Neue Klischees für Santa Claus (warum ?) und bei der ATM für die Versandstelle PK-PF (nochmals warum ?), die sowieso völlig unnötig ist und nur die Kasse der Versandstelle füllen soll. Einen kleinen Scherz zum Abschluss der Finnland-News fabrizierte die Post gleich selber: Um den Reigen komplett zu machen, wechselte man auch in den Intermarketing-Geräten das Motiv. Anstelle des Fischotters ziert jetzt eine sehr schön gestaltete Abbildung des Vielfrasses !!! diese Automaten-Briefmarken. Der Post konnte kein besseres Tier einfallen, um den Angriff auf die Geldbörsen der Sammler zu dokumentieren.

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