USA hat wieder Automatenmarken

Zwei Jahre nach den schon legendären ersten Automatenmarken aus den Autopost-Geräten wagt die Postverwaltung der USA einen neuen Versuch mit ATM. Das erste Postal and Mailing Center (PMC) wurde am 20. August 1992 in Oklahoma City aufgestellt, weitere 28 Automaten folgen bis Ende des Jahres.

Für kurze Zeit gab es bereits 1989/90 die ersten Automatenmarken der USA. Autopost hiess das damalige Zauberwort. In den Postämtern Washington Martin Luther King Junior Station (Ersttag 23.8.89) und Kensington White Flint Mall Station (Ersttag 1.9.89) waren bis am 7. Mai 1990 je zwei Markenautomaten installiert. Die vier Automaten wurden schon nach 8 Monaten wieder stillgelegt, da sie fast täglich Störungen hatten.

Jetzt wurde ein neuer Versuch mit ATM gestartet: Die amerikanischen Firmen GARD und UNISYS haben nach Vorgaben der US-Postverwaltung unabhängig voneinander zwei Varianten des neuen Postal and Mailing Center (PMC) entwickelt, die jetzt ein Jahr öffentlich getestet werden. Wie damals bei Autopost kann der Postkunde mit dem PMC seine Briefe und Pakete vollautomatisch frankieren. Nachdem er seinen Brief auf die integrierte Waage legt und die gewünschte Kategorie wählt, zeigt das PMC das korrekte Porto an und druckt die Marke aus. Ebenfalls ist es möglich, Briefmarken in allen Wertstufen von 1 cent bis $ 99.99 zu erhalten. Man kann miteinander bis zu 20 Marken in höchstens drei verschiedenen Wertstufen kaufen. Bezahlen kann man mit Münzen zu 1/5/10/25 Cents und Banknoten zu 1/5/10 und 20 $. Kreditkarten werden (noch) nicht akzeptiert, sind aber später vorgesehen. Interessant ist auch die Tatsache, dass die neuen ATM in Streifen abgegeben werden. Bisher war dies erst einmal bei den ersten französischen LISA-Prototypen im April 1990 der Fall. Später ist man aber dort wieder davon abgekommen. Die jetzt in ganz Frankreich installierten Maschinen geben die Marken wieder einzeln ab.

Das erste Gerät der Firma GARD wurde am 20. August 1992 im Hauptpostamt von Oklahoma City in Betrieb genommen. Oklahoma City ist die Hauptstadt des südlichen Bundesstaates Oklahoma. Erst einen Tag später, am.21. August 1992, folgten 12 weitere Versuchsgeräte in den Regionen Detroit (2 Automaten), Los Angeles (1), Miami (4), Oklahoma (1) und in der Hauptstadt Washington (4). Am 18. September folgt noch ein Standort in Los Angeles. Das 15. Gerät ist bei der Versandstelle in Kansas City im Einsatz. Es ist aber nicht öffentlich zugänglich, sondern wird nur zur Produktion der 29 c.-Wertstufe für das Angebot der Versandstelle verwendet. Wie beim Klüssendorf-System werden vorgedruckte Rollen verwendet. Die Rollen mit je 3000 Marken wurden bei der Druckerei U.S. Bureau of Engraving and Printing hergestellt. Das Bild zeigt einen blauen Schild sowie links und rechts eine gestreifte Flagge in roter Farbe. Der Automat druckt dann nur noch den gewünschten Portowert unten in den vorgesehenen Raum. Mit nur 25:21 mm ist es die bisher kleinste ATM der Welt. Weltweit erstmals zeigt eine Automatenmarke Zähne. Die neue USA-ATM ist oben und unten gezähnt, wie es z.B, bei den schwedischen Briefmarken seit Jahrzehnten der Fall ist. Ein Unterschied zu herkömmlichen Briefmarken ist nicht mehr erkennbar !

Neben GARD hat auch der bekannte Computergigant UNISYS 15 ähnliche Prototypen hergestellt. Diese Geräte werden aber erst im Herbst ihren Ersttag haben, da sie nicht rechtzeitig fertig wurden. Die Markenrollen für Unisys hat die amerikanische Banknotendruckerei American Bank Note hergestellt. Die ATM aus den Unisys-Geräten werden im Gegensatz zu GARD links und rechts gezähnt sein. Zudem ist das Bild waagrecht etwas zusammengedrückt. Der Ersttag ist noch nicht bekannt. Die Standorte werden in den gleichen fünf Testregionen liegen: Detroit (3 Automaten), Miami (5), Oklahoma (2), Los Angeles (2) und für Washington 3 Postämter. Für die Unisys-ATM im Herbst ist bisher kein Drucker bei der Versandstelle vorgesehen. Es heisst bei der US-Post, wenigstens das Unisys-Gerät zuerst intern ausgiebig zu testen und die Druckerprobleme vor der Inbetriebnahme zu lösen. Bis jetzt hatte die Postverwaltung der USA Pech mit ihren Eigenentwicklungen auf dem ATM-Sektor. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein Hersteller den Sprung in die Massenherstellung für den gewaltigen Markt USA schafft.

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