Die Automatenmarken der Schweiz

Als erste Postverwaltung weltweit installierte die Schweiz am 9. August 1976 elektronische Briefmarken-Automaten der Firma FRAMA. Diese sensationelle Neuentwicklung erlaubte es dem Postkunden, Briefmarken in jeder gewünschten Wertstufe von 5 Rp. bis Fr. 99.95 zu erhalten. Das Markenpapier wird im Gerät mit dem gewünschten Wert bedruckt. Wie alle Briefmarken sind die Automatenmarken (ATM) unbeschränkt im ganzen Land frankaturgültig. Sie werden von der Post abgestempelt und haben nichts mit Freistempeln aus Frankiermaschinen zu tun. Heute gibt es Automatenmarken in 38 Ländern (Stand Februar 1993).

Die Briefmarken aus den ersten vier Geräten waren mit den Nummern Al-A4 der Versuchsstandorte Zürich-Hauptbahnhof (Al), Bern 1 Schanzenpost (AZ), Grindelwald (A3) und Genève 1 (A4) versehen.

Nach knapp zwei Jahren wurde der Versuchsbetrieb erfolgreich beendet. Am 26. Juni 1978 erschienen die neuen Marken ohne Ortsbezeichnung. Gleichzeitig wurde mit der landesweiten Aufstellung der Automaten begonnen, 1979 wurde der Schriftzug HELVETIA noch verkleinert. Dieses Einheitsklischee von 1979 wird bis heute in allen Automaten verwendet. Heute stehen bereits weit über 1500 elektronische Briefmarken-Drucker in der ganzen Schweiz im Einsatz. Laufend werden neue Geräte installiert und im Endausbau sollen 2800 Frama-Automaten aufgestellt sein. Sie werden dann alle mechanischen Rollenmarken-Automaten ersetzen.

Die Markenautomaten
Das erste Versuchsmodell war der FE 271 (Frama Elektrisch, 2 Einwurfsschlitze, 7 verschiedene Münzen und 1 Wahlknopf). Nach Erscheinen des eingeworfenen Betrages in der Anzeige druckte er auf Knopfdruck eine Briefmarke mit diesem angezeigten Betrag. Bereits am 10.11.1977 wurde dieses Modell im Hauptbahnhof Zürich (Standort Al) durch den weiterentwickelten FE 274 mit vier Wahlknöpfen ersetzt. Neben der beibehaltenen Taste "angezeigter Betrag" gab es bei dieser 2. Automaten-Generation neu drei Direktwahltasten für die häufigsten Portowerte (damals 40, 70 und 80 Rp.). Diese drei Werte werden als Tastensatz gerne gesammelt. Bei jeder Portoerhöhung mussten aber die Programmierung und Beschriftung bei jedem Gerät umständlich geändert werden. Daher wurde die bis heute aktuelle 3. Generation mit der Zehnertastatur (FE 2712) entwickelt. Anpassungen bei Portoänderungen sind jetzt nicht mehr nötig, da sich jeder Portowert direkt ausdrucken lässt. Die ersten Prototypen wurden im Juni 1986 aufgestellt. Zurzeit werden sämtliche alten Automaten mit vier Wahlknöpfen auf diese neue Generation mit der "Telefontastatur" umgerüstet. Der bargeldlose Kauf von Briefmarken mittels Kreditkarten ist ebenfalls bereits Wirklichkeit. Am 18. April 1989 wurde beim Postamt 8026 Zürich 26 Aussersihl weltweit der erste Markenautomat mit einem zusätzlichen Kartenleser installiert. Mit der bekannten Taxcard (Telefonkarte) ist es möglich, bei zurzeit neun Geräten in Basel, Biel und Zürich ohne Münzen beliebige Briefmarken zu ziehen.

Papiere
Von 1976 - 1990 wurde ein Sicherheitsunterdruck mit blauen Rosetten verwendet. Dieses Papier gab es in vier Ausführungen:
1976 - 1981 mit Fasern, Unterdruck ungenau, phosphoreszierend 1981 - 1984 ohne Fasern, Unterdruck ungenau, phosphoreszierend 1984 - 1987 ohne Fasern, Unterdruck genau, phosphoreszierend 1987 - 1990 ohne Fasern, Unterdruck genau, fluoreszierend
Ab November 1990 wurde das neue Papier mit gelben PTT-Logos verwendet. Die ATM auf dem gelben Papier werden auch erstmals von der Wertzeichenverkaufsstelle PTT in Bern ausgeliefert.

Druckfarben
Die lilarote Farbe wurde von 1976 - 1981 verwendet, 1981 erfolgte die Änderung in Braunrot, da der Weltpostverein damals ein sattes Rot für Frankiermaschinen (!) forderte. Das braunrote Farbband wurde erstmals im März 1981 im Gerät von Brienz eingesetzt. In vielen Automaten tauchten seit Ende 1986 wieder ATM mit der Farbe lilarot auf, da die Herstellerfirma aus Umweltschutzgründen die Zusammensetzung der Farbe änderte. Auch klare Orange-Töne, die gut zu unterscheiden sind, wurden ab1982 in seltenen Fällen bekannt.

Schmale und breite Zahlen
Bis 1982 waren sämtliche Druckwerke in den Wertzeichenautomaten mit den gleichen, schmalen Zahlen ausgerüstet. 1982 fertigte die Herstellerfirma neue Gussformen für die Zahlenräder an. Dabei entstanden die breiten Zahlen, die heute bei neuen Geräten generell eingesetzt werden. Beim oben erwähnten Umbau erhalten alle älteren Geräte neben der Zehnertastatur auch die breiten Zahlen.

Ausgaben
Durch die verschiedenen Faktoren Papier, Farbe und Zahlenbreite entstanden bis heute 14 verschiedene ATM-Ausgaben, wenn man die Farbbandrasterungen für Spezialisten nicht berücksichtigt. Diese 14 ATM-Ausgaben wurden auch im Zumstein-Katalog aufgenommen. Automatenmarken sollten in keiner Schweiz-Sammlung fehlen, denn bei diesen modernen Briefmarken stehen wir erst am Anfang der Entwicklung. Durch die Weiterentwicklungen bei den Automaten in den nächsten Jahren wird es ATM geben, die sich nicht mehr von Bogen-Briefmarken unterscheiden.

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