Ende für USA-ATM

Kaum wurden die ersten USA-ATM herausgegeben, ist alles schon wieder vorbei. Nur acht Monate dauerte der erste Versuch der amerikanischen Post mit Automatenmarken. Am 5. Mai (Washington) bzw. am 7. Mai in Kensington wurden alle vier AUTOPOST-Maschinen stillgelegt und abgebaut. Als Grund gibt die Postverwaltung die andauernden technischen Probleme mit den Prototypen an.

Das ATM-Experiment begann am 23. August 1989 mit der Installation von zwei Autopost-Maschinen im brandneuen Postamt Washington-Martin Luther Junior. Eingeweiht wurde das moderne Postamt im Zentrum der Hauptstadt erst am 28. Februar 1990 mit einer typisch amerikanischen Feier, an der viele Persönlichkeiten teilnahmen. Sogar Martin Luther King junior erschien zur Einweihung persönlich, was zu einem grösseren Presserummel und Polizeischutz führte. An diesem Tag wurde auch ein entsprechender Sonderstempel im Standortpostamt der ATM-Drucker geführt. Zwei weitere, typengleiche Prototypen wurden am 1. September 1989 im Washingtoner Vorort Kensington (Bundesstaat Maryland) in Betrieb genommen. Sie standen in der Eingangspassage des Postamtes im riesigen Einkaufszentrum White Flint Mall.

Schon während den ersten Monaten des Versuches waren die Testgeräte fast täglich ausser Betrieb. So war bei beiden Postämtern eigentlich täglich ein Posttechniker oder ein Mitarbeiter der Herstellerfirma anzutreffen. Das Programm für Autopost wurde während des ganzen Versuches mehrfach verändert und modifiziert, allerdings ohne Auswirkungen auf das Aussehen der ATM. Ende April 1990 lief der Reparatur-Vertrag der Post mit dem Hersteller aus, ohne dass er von Seiten der Postdirektion verlängert wurde. Die Pannen und die darauf nötig gewordenen Reparaturen wurden mit der Zeit einfach zu teuer. Schliesslich hat es keinen Sinn, Automaten weiter zu betreiben, die täglich aussetzen.

Autopost war zu kompliziert. So wurde das gesamte Programm nach jedem Unterbruch vom System selbsttätig komplett von einer Harddisk neu geladen. Falls dabei ein einziger Fehler registriert wurde, lud sich Autopost erneut auf. Dies führte zeitweise zu einem endlosen Versuch, der nur noch vom Techniker gestoppt werden konnte. Bei jedem Versuch wurden auf dem Bildschirm die einzelnen Teilprogramme aufgelistet, die Autopost gerade lud. Über einen nur für den Posttechniker zugänglichen Programmteil suchte Autopost selbstständig nach der Fehlerquelle und versuchte dann, diesen Fehler selbst durch Nachladen des fehlerhaften Programms zu beheben. Weiter war es dem Techniker möglich, alle Verkaufsvorgänge zurückzuverfolgen. Alles, Zeit, gewünschte Markenwerte, Anzahl, Rückgeld wurde einzeln für jede Operation monatelang gespeichert. Es konnte also jederzeit nach jeder einzelnen ATM, deren Kauf auch Wochen zurücklag, geforscht werden. Ein riesiger Speicher auf Harddisk und ein geniales Programm machten dies möglich.

Am 7. Mai 1990 kam aber wegen den vielen Problemen das endgültige Aus für Autopost. Eigentlich schade für den Riesenaufwand an Programmierkunst und die gut gemeinte Idee, die auch von den Postkunden gegen Ende der Testphase mehr und mehr akzeptiert wurde. Durch das kurzfristige Ende für die USA-Automaten steigen die Preise für Autopost-Material in Amerika deutlich an. Aber auch hier in Europa wurde diese Ausgabe deutlich unterschätzt.

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