Mexiko: Überraschung mit Klüssendorf-ATM

Riesenüberraschung aus Mexiko: Klüssendorf hat auch dort Fuss gefasst und am 16. April 1990 gleich vier Automaten aufstellen können. Es handelt sich dabei um zwei bekannte Schalterdrucker 829 und zwei kleine Klüssendorf-MWZD Typ 696 ohne Quittungen, die in Mexiko weltweit erstmals installiert wurden.

Der neue Automat hat 13 Knöpfe für die fest einprogrammierten Wertstufen 500, 700, 900, 1000, 1400, 1500, 1600, 1700, 2000, 2100, 2200, 3100 und 4000 Pesos. Zusätzlich befindet sich unten rechts eine "E"-Taste, mit der man den angezeigten Betrag ausdrucken kann. Somit ist es also beim kleinen Klüssendorf-Gerät erstmals möglich, wie bei FRAMA jede gewünschte Wertstufe auszudrucken. Es sind alle Werte zwischen 50 und 9950 Pesos in 50er-Stufen möglich. Mit der "C"-Taste kann der aktuelle Kaufvorgang abgebrochen werden. Der Kunde erhält dann sein eingeworfenes Geld zurück. Für die Abrechnung und Datenkontrolle wird als Zubehör ein EPSON-Handcomputer benötigt. Der kleine Klüssendorfer speichert die Daten auf einer speziellen Chipkarte, die der Posttechniker dann in den Computer einschiebt. Erst der EPSON-Computer bzw. der dazugehörende Printer druckt dann eine Abrechnungsquittung aus. Ein Ausdruck von Abrechnungen und Testquittungen ist im ATM-Gerät direkt nicht möglich. Es ist aber aus Sicherheitsgründen mit einer wirkungsvollen Alarmanlage (100 Dezibel) ausgerüstet, die z.B. bei FRAMA-Druckern völlig fehlt. Die Kasse im mexikanischen Modell ist etwas klein ausgefallen. Es soll aber bei Bedarf auch eine grössere Box geben. Auf jeden Fall haben in Mexiko nicht viele Münzen in der kleinen Kasse Platz.

Die zwei Münzwertzeichendrucker (MWZD) und ein Schaltergerät sind im Bereich des internationalen Flughafens von Mexico City installiert. Der erste MWZD steht direkt links neben den drei Schaltern des Flughafenpostamtes. Ein zweiter MWZD hängt in einem kleinen Aufenthaltsraum, der sich bei den Schaltern für internationale Abflüge befindet. Dieser Drucker hatte allerdings bald eine grössere Panne, die in Mexiko nicht behoben werden konnte. Er war daher seit Anfang Juni nicht mehr in Betrieb. Ein Ersatzteil wurde in Deutschland bestellt. Das eine Schaltergerät arbeitet im erwähnten Flughafenpostamt, während das andere Modell im Postamt Lomas de Chapultepec im Zentrum der 20 Millionen-Stadt (!) im Einsatz ist. Am besten läuft mit Abstand das Schaltergerät im Flughafen. Geschäftsleute bringen stossweise Drucksachen und Briefe nach Amerika und Übersee, die anscheinend hier im Flughafen am schnellsten weiterverarbeitet und abgeschickt werden. Alle diese Massensendungen werden nun nur noch mit ATM frankiert. Dagegen stehen die MWZD meistens arbeitslos herum, da die Postkunden die gewünschten Werte lieber mit Banknoten einfach und schnell am Postschalter beziehen. Das Schaltergerät druckt alle Wertstufen von 5 bis 9995 Pesos (in 5er-Sprüngen). Anfangs Juni wurde allerdings verfügt, nur noch Werte ab 500 Pesos (Inland-Postkarte) abzugeben. Später kam eine neue Vorschrift, welche die Abgabe von kleineren Stufen erlaubt. Allerdings sind auch dann 500 Pesos pro Marke zu bezahlen. Vorschrift in Mexiko.

Die ATM werden normalerweise auf weisses Papier ohne Fluoreszenz-Leuchtstoff gedruckt. Durch eine Unachtsamkeit in der deutschen Druckerei gelangte mit der ersten Papierlieferung auch eine kleine Menge Papier mit Leuchtstoff nach Mexiko. Dieses andere Papier leuchtet unter der UV-Lampe grell und flächendeckend auf. Dieses Leuchtstoff-Papier wurde nur in den ersten Wochen verwendet. Danach gab und gibt es nur noch das normale Papier, das wahrscheinlich aus der gleichen Druckerei wie die Belgica- und Israel-Ausgaben stammt. Das Leuchtstoff- Papier ist auch deutlich dunkler (beige) als die weisse Normalausgabe. Diese beigen Mexiko-ATM sind in allen Erhaltungen selten.

Aus dem Postministerium von Mexiko verlautet, dass mit der Zeit an etwa 150 Geräten für die Region von Mexico City Interesse besteht. Eine Aufstellung von MWZD in Stationen der Untergrundbahn, Bahnhöfen, Busterminals und Einkaufszentren wird derzeit geprüft. Die Schaltergeräte sollen die Beamten in den grösseren Postämtern der Hauptstadt enorm entlasten. Sicher scheint, dass Mexiko auch in Zukunft Automatenmarken und Postautomation nutzen wird.

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