Belgien: Der Scindafil-Skandal

Die FRAMA-Sondermarke zur Briefmarkenausstellung Scindafil '90 (Seitz-Nr. 20) wurde offiziell nur auf dem weissen Papier ohne Sicherheitsunterdruck herausgegeben. Auch im Ausstellungsautomaten lief während der gesamten Laufzeit (21.-22. April 1990) nur dieses weisse Papier. Bis am 30. Juni 1990 konnte man die Scindafil-ATM auf weissem Papier bei der Post bestellen. Dass die Post damals diese ATM auf dem farbigen Papier ausgeliefert hätte, müsste verwundern. Erst vor wenigen Monaten tauchten aus dem Nichts solche ATM auf dem Sicherheitspapier auf, das offiziell erstmals für die Ausgabe zur lnternationalen Markenmesse Belgica '90 (MiNr. 21; Ersttag am 2. Juni 1990) verwendet wurde.

Die Philatelie-Direktion der Post teilt jetzt mit, "dass der damalige Bestellungs-Einsendeschluss der 30. Juni 1990 gewesen sei. Sicherheitspapier hatten wir erstmals am 2. Juni 1990 verwendet, so dass es Zettel (so nennt die Post ihre Briefmarken; Anm. der Redaktion) tatsächlich aus üblichem Papier und aus Sicherheitspapier geben kann." Die Post macht es sich also nach fünf Jahren sehr einfach, bestätigt die Korrektheit (?) dieser Marken, hat sie aber damals in keiner Form angekündigt. Aus welcher Quelle die aufgetauchten Besonderheiten stammen, konnte die Post anscheinend nicht mehr klären.

Gemäss Einführung im Seitz-ATM-Spezialkatalog werden diese Stücke nicht unter den laufenden Ausgaben katalogisiert, da die Herkunft nicht geklärt ist.

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