Farbbandfarben: ATM komplett bald unmöglich ?
Seit 1976 die ersten ATM in der Schweiz erschienen, sind die verschiedenen Farben
verständlicherweise ein Hauptthema unseres Sammelgebietes. Schon von der ATM-Ausgabe
Al-A4 gab es viele verschiedene Farbtöne, die von lila über rot bis zur Extremfarbe
orangebraun reichten. Bis heute wurden richtigerweise nur die beiden Farbrichtungen
lilarot und braunrot katalogisiert. So gibt es z.B. bei der Farbe lilarot wieder bereits
beträchtliche Abweichungen, die bis in ein sehr helles und leuchtendes rosa reichen.
Aus meinem umfangreichen Briefverkehr mit der Generaldirektion PTT in Bern habe ich ein
Schreiben herausgesucht, worin die zuständige Abteilung zum Thema "Farbbänder für
den Wertzeichenautomaten FE 274/2710"; wie folgt Stellung nimmt: "...Die
Farbnuancen der Abdrucke sind dadurch zu erklären, dass die Farbbänder mit der Zeit
weniger Farbe abgeben und beim Drucken des Markenpapierunterdrucks Helligkeitsunterschiede
unvermeidbar sind. Mit der Zeit wird die Farbe auf der Farbpatrone teilweise
auskristallisiert und dadurch entstehen kleine Farbabweichungen. Trotz gleicher Rezeptur
der Farbmischung können von Fabrikation zu Fabrikation Farbunterschiede entstehen.
Weitere Ursachen für Farbabweichungen können starke Schwankungen der Temperatur und der
Luftfeuchtigkeit sein. Es ist noch zu erwähnen, dass nicht jedes Auge die Farbtöne
gleich empfindet..."
Hinzufügen möchte ich, dass der Farbton orange in der Schweiz bis heute immer bei
wenig frequentierten Automaten auftaucht, wo das Farbband während längerer Zeit nicht
gewechselt wurde. Nicht in diese Tatsache passt der Automat Zürich 23 Hauptbahnhof
Shopville, wo ein sattes orangerot 1982 für Aufsehen sorgte. Bis heute glauben viele
Schweiz-Spezialisten, dass es sich dort um ein neues Farbband handelte, das irrtümlich
mit einer falschen Farbe eingefärbt wurde. Beweisen liess sich diese These allerdings
nie. Allerdings müsste man bei einer Katalogisierung weiterer Farben auch diese Farbe
orange in Betracht ziehen. Eine Katalogisierung von Farbtönungen, die sich nicht exakt
von lila und braunrot unterscheiden, schaden dem Sammelgebiet sehr. Schon heute gibt es
zumindest bei den Ländern Belgien, Frankreich und Schweiz genug Untertypen, die nur wegen
der etwas abweichenden Farbe getrennt katalogisiert werden. Ein weitere Farbe bringt z.B,
im Katalogteil Schweiz bis zu sechs neue Typen, falls alle Kombinationen zustande kommen.
Bei vielen Automaten ist es einfach unmöglich, die exakte Farbe festzustellen. Sicher
sollte man den Farbenspezialisten entgegenkommen und die verschiedenen Farbtönungen im
jeweiligen Handbuchteil aufführen. In der Zukunft wird es noch manche "neue"
Farbe geben, da es trotz grösster Vorsicht bei jeder Neuproduktion eine kleine Abweichung
geben kann. Nach meinen Informationen werden die FRAMA-Farbbänder immer in langen
Zeitabständen, dann aber in grossen Mengen produziert. Falls jetzt jede Farbänderung
voll katalogisiert wird, haben wir in wenigen Jahren vielleicht fünf oder mehr Farben.
Und wer kann diese Farbbezeichnungen dann noch unterscheiden ? Eines Tages, teilweise
schon heute, wird es dann nicht mehr möglich sein, den Typ der soeben gezogenen ATM
sofort herauszufinden. Handelt es sich hier jetzt um ein dunkles braunrot, ein schwaches
lilarot oder gar wieder um eine neue Farbe, da wieder einmal neue Farbbänder hergestellt
wurden ? Hier heisst es aufpassen, sonst gibt es eines Tages ein paar Farbenspezialisten,
aber keine ATM-Ländersammlungen mehr, die alle katalogisierten Typen enthalten. Hier muss
ein starker Riegel vorgeschoben werden.
Zuletzt noch ein Tip zum Thema Farben: Schauen Sie einmal ein paar ATM 1) im direkten
Sonnenlicht, 2) nach Sonnenuntergang und dann 3) nachts bei Zimmerbeleuchtung an. Schon
haben Sie wieder neue Farbtönungen. Mein Vorschlag: Eine neue Farbe sollte nur dann voll
katalogisiert und bewertet werden, wenn sich diese ohne weiteres von den anderen Farben
unterscheiden lässt. Einer Erwähnung der wichtigsten Farben im Handbuchteil möchte ich
aber voll zustimmen.
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