Island: Weisse ATM im Dezember 1987
Nur den wenigsten Spezialisten ist die Vorgeschichte zur "weissen
Überraschung" im hohen Norden bekannt: Im Oktober 1987 beschloss die isländische
Postverwaltung den FRAMA-WZA des veralteten Typs FE 141 gegen einen neuen FE 144 mit der
neuen Elektronik auszutauschen. Während der alte Automat nur eine Taste (angezeigter
Betrag) aufwies, kann man seit der Installation des neuen, modernen Gerätes der neuen
Generation auch in Island Direktwahlwertstufen abrufen.
Ein Postangestellter in Island teilte mir im Laufe des Monats Oktober mit, dass das
FRAMA-Gerät nicht mehr an seinem Platz sei und zur Zeit in der Schweiz repariert werde.
Ich schenkte damals dieser Information keine weitere Aufmerksamkeit, da es auch in anderen
Ländern häufig der Fall ist, dass WZA für eine grössere Reparatur in die Schweiz zur
Herstellerfirma gesandt wurden. Nur für alle Fälle bat Ich damals einen Bekannten In
Island, mir nach der Rückkehr des "geflickten" Druckers zwei mit einer ATM
frankierten Briefe zu senden. Um den 8. Dezember müssen dann diese beiden Briefe in der
Schweiz eingetroffen sein. Ich konnte sie erst am 23. Dezember bekommen, da ich vorher nur
sehr kurzfristig zu Hause war.
Dann ging es sehr schnell: Es war sicherlich ein Risiko, jetzt noch wegen dieses weissen
Papiers in den hohen Norden zu fliegen, aber es war ja eine neue Ausgabe mit einer
eindeutig schmaleren Schrift und mit der neuen Zifferntype. Aber ob die weisse Rolle nach
über drei Wochen nicht schon aufgebraucht war ? Sie war es nicht. Es wurde zwar ein
beträchtlicher Teil der ersten Rolle bereits durch Postkunden und einen isländischen
Sammler gezogen, aber noch niemand hatte bis zu diesem Datum den grossen Irrtum bemerkt.
Neben dem weissen Papier war aber der neue FRAMA-WZA die nächste Überraschung. So gab
es jetzt erstmals Direktwahlwertstufen in lsland. Die Informationen der Post, dass das
neue Gerät tatsächlich am 4. Dezember in Betrieb genommen wurde und dass es Mitte Januar
1988 eine Portoerhöhung geben soll, waren nur noch das bekannte Tüpfelchen auf dem i.
Mein Bekannter (kein Briefmarkensammler) hatte also die beiden Briefe am Ersttag
frankiert, so dass es vermutlich nur ganze zwei Ersttagsbriefe dieser Ausgabe gibt.
Wahrlich eine heisse Überraschung nach der anderen im kalten lsland.
Am 31.12.1987 war dann die weisse Rolle im Gerät zu Ende und damit der Spuk von
Reykjavik zu Ende. Alle danach eingelegten Rollen hatten wieder den Posthorn-Unterdruck.
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