Spätverwendungen
Von Spätverwendungen spricht man, wenn in einem Wertzeichendrucker oder in einem
Schaltergerät veraltete Papiersorten und/oder Farbbänder verwendet werden, die nicht
mehr zum Gebrauch vorgesehen sind. Dazu kommt noch die Einschränkung, daß vor einer
Spätverwendung alle Geräte eines Landes bereits einmal mit der neuen Papiersorte
und/oder dem neuen Farbband ausgerüstet waren. Dieser Punkt ist sehr wichtig, da es sonst
keinen Übergang von der normalen Verwendung zur eigentlichen Spätverwendung gibt.
In der Schweiz kann es unter Umständen Wochen oder sogar Monate dauern, bis alle
Geräte (immerhin z.Z. ca. 700 Wertzeichendrucker !) ein neues Farbband/Papier erhalten
haben. Es war z.B. vorgesehen, bis zum 31. Dezember 1981 alle WZA (damals ca. 300 Stück)
mit dem braunroten Farbband auszustatten, das damals das lila gefärbte Band ablöste. Als
letztes Gerät wurde aber der ATM-Drucker von 1875 Morgins erst am 21. April 1982 mit dem
neuen Farbband versehen. Daher sind hier bei der Ausgabe 4 Spätverwendungen erst ab dem
22. April 1982 möglich.
Ganz wichtig ist bei jeder Spätverwendung eine postamtliche Bestätigung (vorzugsweise
von der Kreispost- oder Generaldirektion in Bern), welche bestätigt, dass eine
Spätverwendung auch wirklich bei einem bestimmten Gerät stattgefunden hat. Ohne diese
amtliche Beglaubigung könnte jeder Sammler zu jeder Zeit früher gezogene ATM bei einer
Poststelle zur Stempelung vorlegen, um dann als Spätverwendung zu bezeichnen. Nicht
umsonst ist es daher von Bedeutung, einen nachweisbaren Ausweis zu liefern. Ein Beweis ist
nicht nötig (aber dennoch wertvoll), falls es durch eine Spätverwendung zu einer neuen
ATM-Ausgabe kommt. Das war bisher bei den Spätverwendungen von Thun 2 Rosenau, Zürich 1
und Reiden der Fall.
Die Entstehung einer Spätverwendung kann mehrere Ursachen haben: In Saas Fee kam es
dazu, da man zu jener Zeit in der Reisepoststation in einer Schublade eine Reserverolle
für den Notfall" aufbewahrte. Diese Rolle wurde in das FRAMA-Gerät
eingesetzt, wenn der Papiervorrat an einem Wochenende oder an einem Feiertag zu Ende ging.
Aus diesem Grund konnte diese Reserverolle sehr lange, über Monate hinweg, aufbewahrt
werden, bis sie vielleicht zum Einsatz kam. An einem solchen Tag im Februar 1983 wurde
dann diese alte Faserpapier-Rolle im Gerät eingesetzt, so dass es zu dieser
Spätverwendung kam.
In Diepflingen und Titterten wurden die FRAMA-Geräte im Jahre 1984 (!) bereits mit
einem alten Farbband der Farbe lila installiert. Dieser Fehler ist bei der zuständigen
posttechnischen Werkstätte bei der Kreispostdirektion zu suchen, die es unterlassen hat,
vor der Inbetriebnahme ein zeitgemässes Farbband der Farbe rotbraun in den
Wertzeichendrucker einzulegen. In Renens 1, Tavannes und in Reconvilier wurde das Postamt
von der zentralen Auslieferungsstelle mit dem alten Papier mit rückseitigen Fasern
beschickt, das dort noch auf Lager war. Besonders schön sieht man dies bei den
Spätverwendungen von Reconvilier und Tavannes: Diese zwei Orte liegen nur gerade 3
Kilometer auseinander. Beide Postämter beziehen ihren Papierbedarf bei der Zentrale in
Biel. Reiden und Zug 4 Bahnhof kamen wegen einer falschen Papierrolle bei der
Inbetriebnahme des Gerätes zu einer Spätverwendung. Diese Drucker wurden mit einer alten
Faserpapier-Rolle installiert.
Aus der Reihe tanzt die Spätverwendung beim FRAMA-Schaltergerät in Baden 1: Es handelt
sich hier um die einzige bekannte Spätverwendung bei einem FRAMA-Schalterfreistempel.
Dieses Gerät wurde am 15. Juni 1981 mit einem richtigen Farbband rotbraun in Betrieb
genommen, Am 25. Januar 1982 musste das Farbband infolge eines Defektes ausgewechselt
werden. irrtümlicherweise wurde dann ein lila gefärbtes Farbband in das Gerät
eingesetzt. Das falsche Farbband wurde erst am 13. Februar 1982 durch eines der rotbraunen
Farbe ersetzt. Eine Bestätigung ist hier ebenfalls nicht nötig, da es sich hier um einen
Schalterfreistempel mit Datumsangabe handelt. Freistempel aus dem Zeitraum 25.01.82 bis
13.02.82 müssen daher in der Farbe lila oder, gegen Ende der Spätverwendung, in
lilabraun gedruckt sein.
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