Automatenmarken Österreich (stand Oktober 1987)

Es ist still geworden um die Automatenmarken aus den 16 FRAMA-Geräten in Österreich. Aus keinem anderen ATM-Land dringen so wenige Informationen an die Öffentlichkeit, obwohl es gerade in letzter Zeit zum Teil erstaunliche Neuigkeiten zu berichten gibt.

Der FRAMA-Automat in Bregenz steht nicht mehr. Dieses Gerät hatte einen sehr geringen Umsatz und wurde von den Postkunden nur sehr selten benutzt, obwohl viele ATM-Sammler im Einzugsgebiet dieses Gerätes wohnen. Zusätzlich schluckte der Wertzeichendrucker in den letzten Monaten ausländische Münzen in grösseren Stückzahlen, was der österreichischen Post wohl auch nicht sehr gefiel. Seit Frühling d.J. wird nun die Hauptpost von Bregenz umgebaut und alle Posträumlichkeiten und Maschinen sind in eine Holzbaracke neben dem Gebäude verlegt worden. Nur der FRAMA-WZA blieb nicht am Bodensee. Dieser wurde zur Reparatur in die Hauptstadt Wien geschickt und kam danach nicht mehr an den alten Standort zurück.

Am 27. Juni 1987 wurde der Bregenzer FRAMA-WZA im Ferienort 6100 Seefeld in Tirol beim einzigen Postamt des Ortes installiert. Die Generaldirektion in Wien spricht zwar vom 15. Juli 1987 als ersten Einsatztag, dieses Datum wurde aber vom Postamt und von der Direktion in Innsbruck in einer ersten Anfrage nicht bestätigt. Ersttagsbelege wurden nach Auskunft verschiedener Amtsstellen nicht hergestellt. Erste philatelistische Frühdaten-Abstempelungen sind mir vom 23. Juli 1987 (Vollstempel und Briefe) bekannt. Frühere Daten in grösseren Mengen sind nach Auskunft des Postamtes in Seefeld in Tirol nahezu ausgeschlossen, da das Gerät in den ersten Wochen mehrfach ausser Betrieb war. Die Inbetriebnahme dieses „neuen" Gerätes wurde von der Post in keiner Publikation angekündigt.

Die anderen 15 FRAMA-Drucker laufen mehr oder weniger gut weiter. In Bischofshofen wurde in den Monaten Mai / Juni 1987 ein markanter Klischeefehler festgestellt: die zweite Null erscheint auf der ATM im unteren Teil völlig offen. Dieser Drucker wurde Anfang August ausgetauscht. Zwei weitere Besonderheiten sind in den letzten Monaten bekanntgeworden, allerdings ist der Herkunftsautomat in beiden Fällen unbekannt. Neu gibt es auch in Österreich Gummidrucke in einer Auflage von ca. 300 Stück. Es gibt weitere ATM mit ungeraden Werten wie z.B. in der Schweiz mit 4 Rappen. Die Auflage der neuen Werte zu öS. 02.52 ist leider nicht bekannt. Dazu wurde mir noch eine ATM mit der Wertstufe zu öS 05.04 vorgelegt. Hierbei soll es sich um ein Unikum handeln.

Die Geräte in 1010 Wien und beim Westbahnhof in Wien sind jetzt bereits seit einigen Monaten ausser Betrieb. Der Grund liegt in verschiedenen ausländischen Münzen, welche in den Münzkassetten dieser Geräte gefunden wurden. Danach wurden die Drucker abgestellt, da die eingeworfenen Münzen nur einem Bruchteil des ausgedruckten Wertes entsprachen. Erstaunlich ist, dass diese ausländischen Münzen den hochkomplizierten und sehr genauen Münzprüfer passieren konnten. Ein Sprecher des Postamtes 1010 Wien meinte, daß wohl in Zukunft noch weitere Geräte vorübergehend gesperrt werden müssten. Was mit den beiden Wiener Geräten passiert, ist noch sehr ungewiss. Wahrscheinlich wird ein verbesserter Münzprüfer eingebaut werden. Da dies aber einige Zeit dauern wird und ein Umbau in der Schweiz vorgesehen ist, werden diese zwei Drucker wohl noch etliche Wochen ausser Betrieb bleiben. Der dritte Drucker auf Wiener Gebiet (beim Südbahnhof) läuft nach meinen Informationen im Moment noch normal weiter.

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