Die GABRA 2009 und der Kindergarten der Post

Der Massenandrang an der Gabra 2009 An der Briefmarkenausstellung GABRA in Bern war am Stand der Post eine Frankiermaschine im Einsatz. Leider hatte ein Theoretiker der Post festgelegt: "Jeder Besucher kann während der gesamten Messedauer nur einmal Vorfrankaturen beziehen, wobei die Anzahl Vorfrankaturen pro Kunde auf 10 Stück beschränkt ist." Wie das kontrolliert werden soll, ein erlaubter Bezug von Freitag bis Sonntag, war nicht nur uns schleierhaft.

Wir wollten und brauchten für unsere Kunden mehr als 10 Stück und haben höflich gefragt. Es gibt keine Ausnahmen, war die forsche Antwort. Von Höflichkeit und Hilfsbereitschaft einem Kunden gegenüber, welcher im Jahr tausende Franken Automatenmarken, Schalterfreistempel und andere Artikel der Postautomation bezieht, keine Spur. Die beiden Damen am Schalter waren inkompetent und unhöflich; Hilfe anzubieten ein Fremdwort.

Die Maschine war nur um 12:00 und 15:30 Uhr in Betrieb. Am Freitag um 15:00 Uhr hatte es am Poststand zB. keinen einzigen Kunden. Ein Sammler, welcher gerne 4 Umschläge frankieren wollte, bekam nur die Antwort, "es ist noch nicht halb 4, die Maschine läuft um 15:30 Uhr". Dann hat man sich wieder dem Nichtstun hingegeben. Man wollte keinen Umsatz machen!

Wir verstehen nicht, dass die Maschine nicht verwendet wurde, wenn Sammler und Händler dies wünschten und bereit waren, der Post Geld zu bringen. Die unmögliche Situation, dass wir der Post Geld bringen möchten, aber nicht dürfen, verärgert uns sehr. Unterzeichnet sind die Vorschriften zum Einsatz der Maschine von einem Kompetenzzentrum Frankierlösungen. Kompetenz ??? Na dann, gute Nacht.

Da sind wir froh, dass die reelle Philatelie nicht mehr bei Briefmarken und Philatelie stattfindet, sondern in der wirklichen Postwelt, bei Poststellen und Agenturen, an Automaten und Postschaltern. Und ich wünsche mir, dass unter solchen feindlichen Voraussetzungen an Briefmarkenausstellungen in Zukunft kein Automat und keine Frankiermaschine mehr aufgestellt wird. So macht die Philatelie keinen Spass mehr, sondern ist nur noch ein Kindergarten.

Zur absolut haarsträubenden Organisation des Poststandes passt, dass die neue Ausgabe der "Lupe", dem Angebot der Schweizerischen Post, plötzlich nicht mehr erhältlich war. Einige Sammler konnten sich daher nicht an den neuen Pro Juventute-Marken vom November 2009 erfreuen bzw. erschrecken. Vielleicht ist es daher auch besser, dass "Die Lupe" bis zum Ende der Ausstellung ebenfalls nicht nachgeliefert wurde. Oft haben sich Philatelisten an unserem Händlerstand beklagt, warum denn der zum Jubiläum und zum Ausstellungsthema 100 Jahre Weltpostdenkmal passende Sonderstempel nicht an der Ausstellung, sondern nur in der Philateliestelle in der Schanzenpost Bern 1 erhältlich war ?
Ich habe nun schon einige Messen mit Postbeteiligung erlebt, aber diese Vorstellung der Post war mit Abstand die schlechteste Darbietung in vielen, vielen Jahren ...

Aktualisierung:
Update Samstag 1: Tatsächlich nimmt die Post 10 Fr. einer Sammlerin nicht, da diese bereits am Freitag 10 Fr. gebracht hat !
Update Samstag 2: Am Mittag hat die Maschine den Geist aufgegeben. Ein Techniker oder eine Ersatzmaschine ist in der Hauptstadt der Post nicht in Sicht.
Hallo Kompetenzzentrum, bitte kommen ? Hallo ? Ist dort das Kompetenzzentrum, das Zentrum der Theoretiker ?
Update Sonntag: Die Maschine wurde bis zum Ende der GABRA nicht mehr repariert oder ersetzt; verärgerte Sammler noch und noch ...

Übrigens: wir haben die gewünschte Anzahl Briefe mit der Frankatur selbstverständlich erhalten. Ist doch kein Problem für uns: Wir sind Praktiker !

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